Verlauf
Entsprechend ist der Sexsüchtige jemand, der sich gedanklich zunehmend zwanghaft mit sexuellen Themen auseinandersetzt. Wie bei jeder Sucht kommt es dabei zur „Dosissteigerung“, d.h. um die gleiche Wirkung in sich selbst zu erzielen, werden immer größere sexuelle Reize gebraucht. Das sexuelle Thema wird immer vorherrschender und verdrängt das Interesse an anderen Lebensbereichen, die dann vernachlässigt werden. Im Zuge der Entwicklung kommt es zu der beschriebenen, verminderten Kontrollfähigkeit des sexuellen Verhaltens, die bis zum Kontrollverlust reichen kann. Oftmals wird das Ausmaß des Problems vom Betroffenen gar nicht erkannt. „Der innere Zwang, Substanzen zu konsumieren wird meist dann bewusst, wenn versucht wird, den Konsum zu beenden oder zu kontrollieren.“ (Zitat aus dem „Internationalen Klassifikationssystem für Krankheiten (ICD 10) zum „Abhängigkeitssyndrom“).
Folgen
Sexsucht führt oft zu Scham, Schuldgefühlen und Depressionen. Die Einsamkeit der Betroffenen ist groß und geht oftmals mit Hoffnungslosigkeit einher, die sich bis zur Suizidalität steigern kann. Zu den Folgen sexsüchtigen Verhaltens gehören an vorderster Stelle verständlicherweise auch Partnerschaftsprobleme, die von der Beeinträchtigung der Partnerschaft oder Trennung bis zum Verlust der Beziehungsfähigkeit führen. Sexsucht kann sehr kostenintensiv gelebt werden. In dem Fall können Schulden die Situation zusätzlich erschweren. Gesundheitliche Probleme durch Geschlechtskrankheiten können ebenfalls Teil des Schädigungsbildes sein genauso wie rechtliche Folgen, etwa wie solche, die aus dem kriminellen Umfeld resultieren, in dem Sex oft verkauft wird.
Therapie
In den USA gibt es bereits Fachkliniken (Tageskliniken oder vollstationär), die sich auf die Behandlung dieser Störung spezialisiert haben. In Deutschland wurden bisher noch keine spezifischen Therapieprogramme für Sexsüchtige entwickelt. Es existieren aber Selbsthilfegruppen, die von Betroffenen meist als sehr hilfreich empfunden werden. Die „Anonymen Sexaholiker“ (AS) und die „Sex and Love Addicted Anonymous“ (SLAA) gehören zu den verbreitetsten Gruppen, die in allen deutschsprachigen Ländern in vielen Großstädten vertreten sind.
