Bei der Fehlgeburt handelt es sich um ein multifaktorielles Ereignis. Mütterliche, fetoplazentare, immunologische, andrologische und weitere Gründe werden unterschieden.
Mütterliche Gründe
Es werden genitale und extragenitale Anomalien unterschieden. Zu den genitalen zählen Fehlbildungen (uterine Doppelbildung, intrauterine Verwachsung bzw. Verklebungen (Synechien), Uterustumore (Myome), Zervixinsuffizienz (posttraumatisch, Bindegewebsschwäche), endokrine Störungen (Gelbkörperinsuffizienz), Infektionen (Zervizitis, Endometritisi) sowie Hypermotilität (psychovegetatives Nervensystemvegetative Störung, Fieber).
Den extragenitalen werden endokrine Störungen (Diabetes mellitusi, Schilddrüsenfehlfunktion), virale und bakterielle Infektionen (infektiöse bzw. toxische Fruchtschädigung), Anämien (bspw. Vitamin B12-Mangel, Perniziöse Anämie), Traumen sowie konsumierende Erkrankungen zugeordnet.
Fetoplazentare Gründe
Hier sind die chromosomalen Aberrationen zu betonen, welche 50–70 % aller Spontanaborte verursachen. Es kann sich um neu aufgetretene Veränderungen im Erbgut des Embryos bzw. Föten handeln, aber auch um Veränderungen, welche bereits bei einem oder beiden Elternteilen vorbestanden, im Sinne einer rezessiven Veränderung oder einer balancierten Translokation. Weitere fetoplazentare Ursachen für eine Fehlgeburt können Trophoblastanomalien (Hypo- bzw. Hyperplasiei, Gefäßmangel), Störungen der Nidation (Plazentai praevia), funktionelle Trophoblaststörungen oder eine gestörte Immuntoleranz (immunologische Abwehr z. B. Rhesus-Inkompatibilität) sein.
Andrologische Anomalien
Hierzu zählen spermatogene Aborte aufgrund von Veränderungen der Spermienzahl oder -morphologie oder genetische Anomalien.
Andere Ursachen
- iatrogene und artifizielle Aborte beispielsweise im Rahmen der Pränataldiagnostik mittels Amniozentesei, Chorionzottenbiopsie, Nabelschnurpunktion
- ionisierende Strahlen
- Kurzwellen
- Medikamente, Drogen, Alkohol
- Impfungen
- psychosoziale Faktoren (Krieg, Flucht, Trennung, Stress)
- u.U. gewisse Sportarten
