Risikoschwangerschaft

Wesentliches Ziel der ärztlichen Betreuung ist die Erkennung von möglichen oder bereits vorhandenen Risiken für Schwangere und ihr Kind. Im Jahre 1990 wurden in Deutschland 34 % aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaft klassifiziert. Die Bayerische Arbeitsgemeinschaft zur Qualitätskontrolle spricht für das Jahr 2002 von 65 Prozent und in Niedersachsen von etwa 73 Prozent.

Tatsächlich kommen jedoch 95 Prozent der in Deutschland geborenen Kinder gesund zur Welt. Die hohe Anzahl von so genannten „Risikoschwangerschaften“ lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass viele Paare heutzutage Kinder erst recht spät einplanen. Risikoschwangere erhalten als Konsequenz durch die Krankenkassen über die Standardleistungen hinaus weitere ärztliche Leistungen, wie häufigere Kontrollen, Überweisungen an entsprechende Spezialisten, den Einsatz weiterer diagnostischer Mittel wie zum Beispiel Fruchtwasseruntersuchung, Hormonanalysen oder gegebenenfalls die Einweisung in ein Geburtshilfliches Zentrum mit intensivmedizinischer Betreuung.

Folgende Faktoren führen unter anderem zur Einstufung einer Risikoschwangerschaft:

     - Alter unter 18 Jahre oder über 35 Jahre (Erstgebärende) beziehungsweise über 40 Jahre (Spätgebärende)
     - Mehrlingsschwangerschaften
     - Vielgebärende, die schon mehr als vier Kinder geboren haben
     - Sterilitätsbehandlungen
     - zwei oder mehr der Schwangerschaft vorausgehende Fehlgeburten
     - Komplikationen bei früheren Geburten
     - Rhesus-Inkompatibilität
     - Lageanomalien des Kindes
     - Schwangerschaftsdiabetes beziehungsweise Zuckerkrankheit, Schwangerschaftsbluthochdruck
     - Anhaltender Medikamenten-, Alkohol-, Nikotin- oder anderer Drogenkonsum
     - Verzögertes Wachstum oder abnorm großes Kind
     - Veränderungen des Fruchtwassergehaltes
     - Akute Allgemeinerkrankungen oder Infektionen
     - Gebärmutterhalsschwäche (Cervixinsuffizienz)
     - Niereninsuffizienz beziehungsweise fehlende Organe wie eine Niere
     - Gerinnungsstörungen, wie Faktor-V-Leiden-Mutation

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