Risiken

 

 

Körperliche Risiken
Wenn der Abbruch unter guten klinischen Bedingungen durchgeführt wird, gibt es nur sehr selten Komplikationen, wie stärkere Blutungen oder Entzündungen. Ernste körperliche Komplikationen treten mit einer Häufigkeit unter 1 % auf, die Häufigkeit variiert nach der gewählten Methode. So ist z.B. das Gesundheitsrisiko (körperlich) einer Schwangerschaft um vieles höher als das eines fachgerecht durchgeführten Schwangerschaftsabbruchs. Mehrfach wurde – vor allem von Abbruchgegnern – behauptet, Abbrüche würden z. B. das Brustkrebs-Risiko erhöhen. Eine Metaanalyse, die 53 Studien untersuchte und in der renommierten englischen Fachzeitschrift The Lancet 2004 veröffentlicht wurde, konnte jedoch keinen signifikanten Zusammenhang der Häufigkeit des Auftretens von Brustkrebs mit vorausgegangenen Schwangerschaftsabbrüchen finden. Auch weitere Studien mit hohen Fallzahlen konnten einen solchen Zusammenhang nicht nachweisen.

Ein komplikationsloser Abbruch hinterlässt keine Spuren, ist später von niemandem mehr nachweisbar und hat keine negativen Auswirkungen auf irgendeine Körperfunktion, insbesondere nicht auf die Fruchtbarkeit. Bereits nach zwei bis drei Wochen kommt es zum nächsten Eisprung und die Frau kann wieder schwanger werden.

In Ländern und Kulturen, in denen Abbrüche illegal sind, werden sie meist von unqualifizierten Menschen – so genannten Engelmacherinnen – oder den betroffenen Frauen selbst durchgeführt. Wegen der Illegalität kommen die Frauen meist sehr spät zum Abbruch, etwa im 4.-5. Monat. Ebenfalls wegen der Illegalität werden unsachgemäße Methoden unter unhygienischen Bedingungen angewendet. Es kommt daher sehr häufig zu Komplikationen und auch Todesfällen. Illegale Abbrüche sind laut WHO in Ländern, in denen der Abbruch verboten ist, eine wesentliche Mitursache für die hohe Sterblichkeit von Frauen im gebärfähigen Alter, etwa früher in Europa sowie heute in Afrika.


Psychische Risiken

Die Entscheidung für einen Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft ist für einen Teil der Frauen mit Gewissenskonflikten unterschiedlichen Ausmaßes verbunden. Die wenigsten Frauen haben nach einem Schwangerschaftsabbruch lang anhaltende psychische Probleme, sofern sie vorher gut informiert wurden, eine klare Entscheidung getroffen haben, sowie in einer angenehmen Atmosphäre optimal medizinisch betreut wurden. Wichtig für eine gute Verarbeitung ist allerdings auch eine soziale Akzeptanz der Entscheidung. Zeitweise Phasen der Traurigkeit sind Teil eines ganz normalen Verarbeitungsprozesses, wie in jeder anderen Krisensituation auch. Nach dem Abbruch berichten die meisten Frauen über ein Gefühl der Erleichterung (siehe auch das Buch "Traurig und befreit zugleich"). Bei einem Teil der Frauen kommt es zu Trauer und/oder Schuldgefühlen. Risikofaktoren, die eine Verarbeitung eines Schwangerschaftsabbruchs erschweren können, sind psychische oder psychiatrische Vorerkrankungen, aber auch eine Entscheidung auf äußeren Druck hin, ungünstige Umstände unter welchen der Eingriff stattfindet, eine geringe soziale Unterstützung und eine bereits weit fortgeschrittene Schwangerschaft. Das vorbestehende psychische Befinden bestimmt im Wesentlichen das psychische Befinden einer Frau nach einem Schwangerschaftsabbruch. Weitere negative psychische Folgen eines Abbruchs, einschließlich des so genannten Post-Abortion Syndrome (PAS), sind in der Medizin (Frauenheilkunde und Psychiatrie) und Psychologie (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen DSM-IV ) nicht beschrieben.

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schwangerschaftsabbruch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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