Rekrutierung und Anwerbung

 


Methoden
Von 933 der 1.235 Opfer ist bekannt, wie sie „angeworben“ wurden. 45% wurden über den Grund der Reise getäuscht, 30,3% wurden über „Künstleragenturen“ und Zeitungsinserate beschafft, 8,7% wurden gewaltsam verschleppt, und 32,3% der Frauen wussten um ihre Bestimmung und waren damit nach eigener Aussage einverstanden.

Gewalt gegen die Opfer (physisch und psychisch)
Es liegen Daten über 827 Opfer vor. Bei 52,8 % dieser Opfer wurde Gewalt angewendet. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 11,5 Prozentpunkten und zeigt eine deutliche Steigerung der Gewaltbereitschaft seitens der Täter.

Nach Ländern geordnet bedeutet dies, dass gegen 67% der Russinnen, 66,7% der Ukrainerinnen, 57,1 % der Litauerinnen, 46,7 % der Rumäninnen, 46,7 % der Bulgarinnen und 39,7 % der Polinnen Gewalt seitens der Täter angewendet worden ist.

Von 592 Opfern wurde ein Drittel bedroht, keine Aussagen bei der Polizei zu machen, da sonst die Angehörigen in der Heimat geschädigt würden. Ein anderer Grund ist, dass sie mit Verachtung seitens ihrer heimatlichen Umgebung rechnen müssten.

Grenzübertritt
Von 993 Opfern ist der rechtliche Status beim Grenzübertritt nach Deutschland bekannt. 58,4% reisten legal, und 59,9% der Opfer nutzten dazu Bus oder Bahn.

Da der Hauptteil der Opfer legal einreisten und durch die EU-Osterweiterung der Anteil an legalen Grenzübertritten noch steigen wird, ist eine Eindämmung der Straftaten durch Grenzkontrollen nicht erfolgversprechend.

Gewinne aus den Straftaten
Eine Schätzung der Gewinne, welche durch den Menschenhandel insgesamt erzielt werden, ist faktisch nicht möglich. Es waren 2003 431 Verfahren anhängig, von denen alleine in 93 Fällen ca. 12,5 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. In weiteren 19 Verfahren wurden ca. 2,4 Mio. Euro illegal erwirtschaftete Vermögenswerte eingezogen. In diesen Angaben sind eventuelle spätere Gewinnabschöpfungen im Rahmen der teils noch anhängigen Strafverfahren nicht enthalten.

Hochgerechnet auf die gesamte Zwangsprostitution mit ihrer unüberschaubar hohen Dunkelziffer, können durch diese Form der Kriminalität in Deutschland jährlich Milliardenbeträge erwirtschaftet werden.

Diese extrem hohen Gewinnspannen sind der Anreiz für immer straffer organisierte, immer besser ausgerüstete und immer skrupellosere Täter. Der Menschenhandel ist längst eine globalisierte kriminelle Industrie auf Kosten der Opfer.

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zwangsprostitution aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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