Kondom

Ein Kondom (auch Präservativ) ist eine dünne Hülle aus vulkanisiertem Gummi, die zur Empfängnisverhütung und zum Schutz gegen sexuell übertragbare Erkrankungen vor dem Geschlechtsverkehr über den erigierten Penis des Mannes gestreift wird.

 

Vor- und Nachteile sowie Risiken des Kondoms als Verhütungsmittel

Vorteile

  • Bei richtiger Anwendung ist die Sicherheit sehr hoch. Mit einem Pearl-Index von 2–14 sind Kondome allerdings deutlich weniger sicher als hormonelle Verhütungsmittel wie zum Beispiel Implanon mit einem Pearl-Index von 0,1. Ein hoher Unsicherheitsfaktor entsteht in erster Linie durch Fehlverhalten bei der Anwendung.
  • Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das nicht nur eine Schwangerschaft, sondern auch eine Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (beispielsweise HIV, Gonorrhoe und Hepatitis C) weitgehend verhindert.

Nachteile

  • Kondome können als unangenehm empfunden werden, da sie den
    Hautkontakt verhindern. In sexualwissenschaftlichen Studien geben viele
    Männer an, Kondome würden die Empfindungen verringern. Auch das
    Überziehen wird oft als Unterbrechung und Störfaktor im Liebesspiel angesehen. [2]
    Einige Sexualwissenschaftler sind jedoch der Ansicht, dass die
    Verringerung der Empfindungsfähigkeit und das Kondom als Störfaktor
    mehr psychisch durch das Wissen um das Kondom als physisch durch dieses
    selbst bedingt ist. [3] [4]
  • Vereinzelt treten auch Fälle von Latex-Allergien
    auf. Die meisten Menschen reagieren jedoch nur sensibel auf die
    Inhaltsstoffe der einen oder anderen Gleitbeschichtung, dabei können
    zwischen verschiedenen Marken große Unterschiede bestehen. Zusätzlich
    bieten manche Hersteller komplett unbeschichtete bzw. trockene
    Präservative für diesen Fall an. Einige Probleme lassen sich auch auf
    die spermizide Beschichtung zurückführen. 90 % aller allergischen
    Reaktionen im Genitalbereich werden durch den Wirkstoff Nonoxynol-9 ausgelöst [5]. Manchmal ist auch das Silikon schuld, welches in vielen Gleitmitteln enthalten ist. Für Latex-Allergiker gibt es auch latexfreie Kondome aus Polyurethan.
    Diese sind dünner, besonders gefühlsecht und geruchlos, allerdings auch
    deutlich teurer als Latex-Kondome (einziges Produkt auf dem deutschen
    Markt: Durex Avanti).
  • Der starke Latex-Geruch wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden.

Risiken

In der Praxis führen Fehler in der Handhabung immer wieder zu ungewollten Schwangerschaften.

  • Schon das Berühren der weiblichen Geschlechtsteile mit der (ungewaschenen) Hand, mit welcher das Kondom abgezogen wurde, kann zu einer Schwangerschaft führen
  • Bevor das Kondom übergestreift wird, kann es bereits zu unbemerktem
    Austritt von Sperma kommen, was auch hier zu dem Risiko führt, wenn
    Körperteile die Vaginai berühren, die mit dem Penis in Berührung kommen,
    bevor das Kondom übergestreift worden ist. Das gleiche gilt für das
    Überstreifen des Kondoms. Wird im Laufe des Vorspiels, das meist aus Spielarten des Pettings
    besteht, vor der Benutzung des Kondoms der Penis im Bereich der Eichel
    berührt, so besteht die Gefahr, dass einzelne Spermien beim Überziehen
    auf die Oberfläche des Kondoms gelangen und so den Weg in den Scheide
    finden. Das dadurch entstehende Risiko wird durch spermizid
    beschichtete Kondome gesenkt.
  • Nichtvollständiges Abrollen oder ein Abrollen, das ungleichmäßig
    erfolgt und damit das Kondom nicht weit genug hin zur Peniswurzel
    bringt, kann zu einem Ablösen des Kondoms vom Penis während des
    Geschlechtsaktes führen.
  • Wird das Reservoir für das Sperma am oberen Ende beim Abrollen
    nicht zusammen gedrückt, gelangt Luft hinein oder es wird zu weit über
    die Eichel gezogen, was zum Platzen führen kann.
  • Lange Fingernägel können das Kondom beim Abrollen oder beim
    Aufreißen der Packung beschädigen. Diese Gefahr besteht auch, wenn
    während des Sexes die Geschlechtsteile der Frau zusätzlich mit den
    Fingern stimuliert werden.
  • Beim Einsatz ölhaltiger Gleitmittel wie Bodylotion, Massageöl, Babyöl, Vaseline, Butter oder bestimmter Spermizide wie Scheiden-Zäpfchen (Suppositorien) und einiger homöopathischer Behandlungen
    kann die Latexstruktur Schaden nehmen, wenn sie nicht für den Einsatz
    mit Kondomen freigeben sind. Angaben dazu befinden sich meist auf der
    Verpackung oder dem Beipackzettel. Das Kondom verliert unter solchen
    Umständen innerhalb von weniger als fünf Minuten seine Dehnbarkeit und,
    auch wenn das Kondom manchmal nicht reißt oder sichtbare Beschädigungen
    aufweist, wird es doch durchlässig, beispielsweise für Viren. Wasserhaltige und silikonhaltige Gleitmittel oder Gleitmittel auf Dimeticone-Basis haben solche Risiken nicht.
  • Falsch aufbewahrte oder nach Verstreichen des Verfalldatums
    verwendete Kondome können Beschädigungen aufweisen, oft auch
    unsichtbar, die Viren oder Samen durchlassen. Schädliche Einflüsse sind
    vor allem Sonneneinstrahlung, Hitze, Kälte sowie mechanische Beanspruchung, die vor allem bei der Aufbewahrung im Auto, Geldbeutel oder in der Hosentasche auftreten.
  • Die Verwendung eines (im Verhältnis zur Penisgröße) zu kleinen Kondoms kann Schmerzen oder Durchblutungsprobleme verursachen. [6]
    Zudem besteht eine erhöhte Reißgefahr. Ein zu großes Kondom rutscht
    leicht ab vom Penis, wodurch Sperma in die Scheide gelangen kann und
    kein Schutz mehr besteht. Maßgeblich für die richtige Kondomgröße ist
    nicht dessen Länge, sondern eine zum Penisumfang passende Breite.

Automatenkondome

Automatenkondome bergen besondere Risiken. Sind die Automaten im
Freien aufgestellt, kann aufgrund der Temperaturschwankungen das
Material Schaden nehmen und beim Geschlechtsverkehr reißen oder
platzen. Es ist auch gut möglich, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum
abgelaufen ist, da manche Kondomautomaten selten kontrolliert und neu
befüllt werden.

 

 

Alternativen

Eine verhütende und zugleich vor Krankheitsübertragungen schützende
Alternative zum Kondom ist seit neuerer Zeit das oft als „Kondom für
die Frau“ bezeichnete so genannte Femidom.

 

Qualitäts- und Gütesiegel

1981 wurde in Deutschland das erste Qualitätssiegel für Kondome erteilt: das DLF-Gütesiegel (DLF = Deutsche Latex-Forschungs-
und Entwicklungsgemeinschaft). Die DLF ist ein Zusammenschluss von
verschiedenen Herstellern. Um das Gütesiegel zu erhalten, wird am
Kondom eine Reihe von Normprüfungen durchgeführt. Zusätzlich sind
unabhängige Prüfungen von außen erforderlich.

Die Kondome werden in vier Prüfungen getestet:

  1. Dichtigkeitstest
  2. Aufblastest
  3. Dehnungstest
  4. Mikrobiologische Reinheit

In der Schweiz gibt es den „Verein Gütesiegel für Präservative“. Mit
dem Gütesiegel wird garantiert, dass das Kondom der Euronorm für
Präservative entspricht. Zusätzlich hat der Verein einen eigenen
Kriterienkatalog. Jede Produktionseinheit wird von einem unabhängigen
Labor getestet, bevor sie zum Verkauf freigegeben werden darf. Der
Verein führt auch Stichproben in Verkaufsläden durch.

 

Auszug aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Kondom

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