Inzest

 

Inzesti (auch Blutschande) bezeichnet den Geschlechtsverkehr zwischen nahen Verwandten. In den meisten Kulturkreisen besteht ein Inzesttabu. Der Begriff ist abzugrenzen von der Inzucht, welches in der Tier- und Pflanzenzucht als ein gebräuchliches Verfahren zur Stabilisierung bestimmter Merkmale angewendet wird. Die früher verbreiteten Eheschließungen unter nahen Verwandten im europäischen Hochadel oder in abgelegenen, ländlichen Gegenden wird ebenfalls nicht als Inzest, sondern als „soziale Inzucht“ bezeichnet.

Aus dem Blickwinkel der meistverbreiteten Religionen – des Buddhismus’, des Christentums und des Islams – gilt Geschlechtsverkehr mit Verwandten als sündhaft. In der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich wird Geschlechtsverkehr zwischen nahen Verwandten mit der Beteiligung einer volljährigen Person strafrechtlich verfolgt.

 Geschlechtliche Beziehungen zwischen Vettern und Kusinen
Geschlechtliche Beziehungen zwischen Cousins und Cousinen ersten Grades (gemeinsame Großeltern) werden in verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich bewertet, so ist eine Vetternehe beispielsweise in den meisten US-Bundesstaaten, Korea, den Philippinen und in vielen Balkan-Ländern verboten und gesellschaftlich tabuisiert, während sie vor allem im Kulturgebiet des Islams, also in Nordafrika, im orientalischen Raum und in Südasien als bevorzugte Form der Heirat gilt. Siehe hierzu auch Bint ?amm. In manchen Gesellschaften gilt auch der Geschlechtsverkehr zwischen verschwägerten Personen als Inzest. Für entfernte Verwandte wie beispielsweise Vetter und Kusine zweiten Grades (gemeinsame Urgroßeltern) besteht in keinem Land ein Ehehindernis.

 Charakteristiken eines Tabus
Zu der Charakteristik eines Tabus zählt auch die aktive Ausgrenzung des Themas. Beim Inzest wird sein Vorkommen, z. B. Geschlechtsverkehr zwischen Geschwistern oder zwischen Eltern und ihren Kindern, häufig entweder nicht wahrgenommen oder verharmlost. Des Weiteren werden die Kinder aus einer inzestuösen Verbindung in weiten Bevölkerungskreisen grundsätzlich als behindert angesehen, um eine geistige Abgrenzung gegenüber anderen Kindern zu vollziehen.

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