Die Phasen des Menstruationszyklus

 Follikelphase
Die Menstruationsblutung markiert den Beginn eines neuen Zyklus. In der Proliferationsphasei, der ersten Zyklushälfte, wird unter Einfluss des im Eierstock gebildeten Östrogens in der Gebärmutter eine neue Schleimhautschicht aufgebaut. Parallel reift im Eierstock, dem Ovari, ein Ovarialfollikel heran, der die Eizelle enthält.

Ovulationi
Der Follikelsprung (im allgemeinen Sprachgebrauch eher als Eisprung bezeichnet), also die Ovulation, findet unter dem Einfluss von LH (luteinisierendes Hormoni, Lutropin) ungefähr 12-16 Tage vor der nächsten Menstruation statt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Konzentration an Östrogen im Blut maximal. Daraufhin wird der Follikel zum Gelbkörper (Corpus luteum), der ebenfalls unter LH-Einfluss das Hormon Progesteron produziert. Die Kombination aus Östrogen- und Progesteronwirkung führt in der Gebärmutterschleimhaut zu einem weiteren Ausbau der Gefäßversorgung und zu einer Abgabe von nährstoffhaltigem Sekreti aus den Drüsen der Schleimhaut (Dezidualisierung). Die Schleimhaut ist nun optimal auf die Einnistung (Nidation) der befruchteten Eizelle vorbereitet. Kommt es nicht zur Befruchtung der Eizelle, geht der Gelbkörper im Eierstock zugrunde und wird durch eine narbige Umwandlung zum Corpus albicans. Die Progesteronproduktion versiegt. Ohne die hormonelle Unterstützung kann die Schleimhaut nicht aufrechterhalten werden und wird abgestoßen, es kommt zur Blutung.

Die Ovulation selbst bezeichnet eigentlich keine Phase, dieses Ereignis trennt lediglich zwei Phasen voneinander.
Bei manchen Frauen wird der Follikelsprung von einem charakteristischen Schmerz begleitet, dem sogenannten Mittelschmerz, welcher mehrere Stunden dauern kann. Die Eizelle mit einem Durchmesser von circa 0,1 mm wandert durch den Eileiter zur Gebärmutter. Dieser Vorgang dauert etwa drei Tage. In den ersten 12-24 Stunden nach der Ovulation kann das Ei von einem Spermium befruchtet werden.

Gelbkörperphase
Die Gelbkörperphase wird im Fachterminus auch Luteal- oder Sekretionsphase genannt.

Schwangerschaft
Wenn eine Befruchtung eintritt, kann sich die Eizelle mit 25?30-prozentiger Wahrscheinlichkeit in die Gebärmutterwand einpflanzen und die Frau schwanger werden. Der Ovarialzyklus wird unterbrochen, damit es zu keiner Superfetatio kommen kann – der neuerlichen Befruchtung einer Eizelle bei schon bestehender Schwangerschaft, die allerdings auch aufgrund der Beschaffenheit des Zervixschleims während einer Schwangerschaft und dessen Undurchdringbarkeit für Spermien extrem selten vorkommt.

Erst einige Wochen oder Monate nach der Geburt setzt der Menstruationszyklus wieder ein, wenn der Sättigungsspiegel des milchbildenden Hormons Prolaktin gesunken ist. Auch in der Zeit nach der Geburt bis zum ersten Wiederauftreten der Menstruation kann ein Follikelsprung stattfinden, so dass die Frau erneut schwanger werden kann.

Spermien können einige Tage im Körper der Frau aktiv bleiben, weshalb die Tage kurz vor dem Follikelsprung die fruchtbarste Zeit sind. (siehe auch: Zeugung). Es wurden noch nach 10 Tagen lebende Spermien in der Gebärmutter gefunden, wobei die Spermien allerdings meist nur 1-3 Tage befruchtungsfähig sind. Verschiedene natürliche Familienplanungsmethoden der Geburtenkontrolle versuchen die exakte Bestimmung des Follikelsprungs zu ermitteln, um die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage des Zyklus zu finden.

Östrogen und Progesteron sind auch die Hauptbestandteile der meisten Empfängnisverhütungspillen.

Obwohl es zwei Eierstöcke gibt, wird normalerweise nur eine Eizelle pro Periode entwickelt. Welcher Eierstock letztendlich der Follikel-Lieferant ist, ist im Wesentlichen zufällig, denn es gibt keine Rechts-Links-Koordination. Steigt der Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH), wird die Reifung des Follikels angeregt. Der Follikel sondert Inhibin ab, womit es das Ansteigen des FSH-Spiegels und somit eine Reifung eines weiteren Follikel verhindert. So ist es jedes Mal unterschiedlich, ob der linke oder rechte Eierstock den Follikel produziert.

Ohne Schwangerschaft
Kommt es allerdings zu keiner Schwangerschaft, wandelt sich der Gelbkörper in ein Corpus albicans um, das schließlich nur noch aus fibrösem Gewebe besteht und dem senilen Ovar sein narbiges Aussehen verleiht – schließlich wird sich der hier geschilderte Prozess bis zum endgültigen Ausbleiben der Regelblutung, der Menopausei, noch einige Male wiederholen.

Blutung
Während der Menstruation gehen 30-40 Milliliter Blut verloren (das Blutungsmaximum liegt meist am zweiten Tag, Werte zwischen 10 und 80 ml werden als normal angesehen). Das Gerinnen des Bluts wird durch das Enzym Plasmin verhindert, welches in der Gebärmutterschleimhaut enthalten ist. Bei den meisten Frauen wird die Menstruation von verschiedenen unangenehmen Symptomen, Menstruationsbeschwerden (medizinisch Dysmenorrhoei), begleitet, die der Menstruation auch vorausgehen können. Sie werden durch die beteiligten Hormone und die sich zusammenziehende Gebärmutter verursacht. Manche Frauen erleben die Zeit der Menstruation aber auch als positiv, einhergehend mit einem erhöhten Körperbewusstsein.

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Menstruationszyklus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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