Bei dieser Abortform ist der Zervikalkanal geschlossen und die Graviditäti noch intakt. Es kommt jedoch zu einer vaginalen Blutung mit oder ohne Wehentätigkeit. In der vaginalen Untersuchung ist die Zervixlänge vollständig, der Muttermund verschlossen. Im Ultraschalli ist unter Umständen ein begrenztes, retroplazentares Hämatom darstellbar. Dieses kann sich organisieren und ausheilen, sofern es nicht zum Abort kommt.
Therapeutisch gibt es lediglich Empfehlungen zum Aufhalten des Geschehens. Hierzu gehört die Bettruhe und körperliche Schonung für die Dauer der vaginalen Blutung. Vaginale Untersuchungen sollen auf das nötigste reduziert werden. Die Vitalitätszeichen des Föten sollen in regelmäßigen Abständen mittels Ultraschall und serieller beta-hCG-Messung überprüft werden. Bei Wehentätigkeit sollen der schwangeren Patientin ab der 22. SSW Tokolytika, d. h. wehenhemmende Medikamente, verabreicht werden. Eine Verschreibung von Gestagenen ist bei Corpus-luteum-Insuffizienz bis etwa zur 14. Schwangerschaftswoche indiziert, hat im Allgemeinen beim Abort seine Bedeutung aber verloren. Bei Versiegen der Blutungen kann meist mit einer Restitutio ad integrum gerechnet werden.
